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Warum heißt
es Kanu-Polo?
Der Name wurde vom englischen
water-polo für Wasserball abgeleitet. Je nach Sprache und Weltregion
ist es auch als Kajak-Polo bekannt, sowie in verschiedenen Schreibweisen.
Darum ist es z.B. im Internet nicht leicht, sofort den ganzen Überblick zu bekommen.
Ist das nur
etwas für „Profis“, oder auch für Hobbysportler?
Wenn Sie nicht ausdrücklich
erfolgreiche Wettkämpfe bestreiten wollen, ist es genauso als
Ausgleichs-Sport geeignet, das sich gut mit Naturerlebnis verbinden lässt.
Die Mehrzahl der Polo-Spieler betreibt noch andere Sportarten, häufig
Wildwasser-fahren. Sie schätzen neben der Spielfreude das Fahrtraining,
mit dem sie stabiler und geübter im Boot sitzen.
Ich würde gerne Polo spielen,
bin aber noch nicht Kanu gefahren - ist das schwer zu lernen?
Nein, ist es nicht. Wenn man ein bisschen
sportliches Gefühl hat, hat man das Nötigste beim Kanufahren für Polo in
ein paar Übungseinheiten drauf. Natürlich ist man dann noch kein guter
Fahrer, aber man kann problemlos mitspielen. Und nachdem die
Ballbehandlung und das Teamplay unterm Strich weit mehr zählen als
perfektes Bootfahren, sollte es daran nicht scheitern.
Klarerweise ist man als versierter und schneller Paddler im Vorteil, keine
Frage, und im Wettbewerb sollte man über das Bootfahren als solches nicht
mehr nachdenken müssen. Hinderungsgrund für den Einstieg ist aber
glücklicherweise definitiv nicht. Anm.: Der entscheidende Unterschied
zu Metiers wie z.B. Wildwasser-Fahren ist der, dass Polo im Vergleich dazu
fast "in der Badewanne" stattfindet, das Wasser also keine Tücken hat, die
man sehr wohl aufwändiger lernen muss.
Kurz: Wer prinzipiell mit Ball und Team etwas anfangen kann, dem bringen
wir das Kanu dazu auch rasch bei.
Wieviele
Spieler brauche ich, um KanuPolo zu spielen?
Für Hobby-Spiele reichen einige,
man definiert sich die Regeln selbst. Damit Taktik und Spielwitz greifen
können, wäre drei gegen drei die Untergrenze. Wenn nach offiziellen Regeln
(der ICF, International Canoe Federation) gespielt wird, besteht
ein Team aus max. acht Spielern, von denen, bei fliegendem Wechsel, fünf
gleichzeitig am Spielfeld sind.
Ist es
kompliziert, KanuPolo zu erlernen?
Die Regeln sind so einfach, dass
sie jeder sofort versteht. Fast alles, das im Regelwerk steht, dient der
Sicherheit der Spieler, und ist logisch, also mit dem „Hausverstand“
ohnehin vorauszuahnen. Künstliche Regeln zur Erhöhung der Attraktivität
oder nötiges Insider-Wissen braucht es nicht.
Wer gut Kajakfahren und/oder Ballspielen kann,
steigt natürlich schneller ein. Übrigens, die sogenannte Kenter-Rolle
(auch: Eskimorolle) also das Wiederaufrichten des Bootes nach einer
Kenterung – gehört so fix zum „Handwerkszeug“ der Polospieler, dass sie es
sehr rasch nichteinmal mehr bewusst wahrnehmen. Ob mit dem Paddel oder
gleich mit der Hand – das lernt man hier schneller als auf Flüssen. So wie
das „Stützen“ - also das Vermeiden einer Kenterung durch Paddeleinsatz –
rasch automatisiert wird, man konzentriert sich ja auf das Spiel statt auf
das Wasser. Ein Grund, warum erfahrene Polospieler so gut wie nie kentern.
Warum
brauche ich eine Schutzausrüstung?
Der Vergleich mit etwa Eishockey
liegt nahe: Helm und Gesichtsschutz dient der Vermeidung unabsichtlicher
Verletzungen, nicht damit die Spieler aufeinander losgehen können. Im
Gedränge der Boote sollte z.B. ein rasch in Richtung Ball gestrecktes
Paddel nicht auf der Nase eines Mitspielers landen. Ebenso werden die
Schwimmwesten nicht deshalb getragen, weil die Spieler nicht schwimmen
können, sondern als Prall-Schutz. Aus demselben Grund haben die Boote
Gummipuffer an den Enden.
Es ist also auch beim lockeren Spiel im
kleinen Kreis durchaus sinnvoll, Schutzkleidung zu tragen.
Manche
Szenen schauen spektakulär aus,
ist der Sport gefährlich?
Schutzkleidung und Spielregeln
sorgen dafür, dass es das nicht ist. Letztlich ist es ein Spiel von
Schnelligkeit, Taktik und Teamgeist, ohne dem nichts zu gewinnen ist.
Allzu zimperlich sollte man aber nicht sein, denn es ist auch ein
emotionsreiches Spiel. Darum ist das Shake-Hands zu jedem Spielende – und
möglichst ohne Helm - auch kein leeres Ritual. Es soll sicherstellen, dass
man den anderen nicht als Gegner, sondern als Spieler wahrnimmt.
Unspektakuläre häufigste Verletzung, wenn überhaupt: ein angeknackster
Finger – beim Ballfangen…
Was kostet
es, KanuPolo auszuüben?
Wenn Sie ein (kleines) Kajak
haben, und nur Spaß haben wollen: einen Ball. Und etwas, das sich
irgendwie als Tor eignet. Für den Wettkampfbetrieb sollten Sie für
Polo-Boot und Schutzausrüstung von Neupreisen ab gut tausend Euro
ausgehen. Es liegt also nahe, sich bei Klubs zu melden, die bereits über
Ausrüstung verfügen. Für den Einstieg ist es aber durchaus sinnvoll und
preisgünstig, gebrauchte Slalomboote zu kürzen und mit Puffern zu
versehen. Wichtig ist in jedem Fall ein normaler Wasserball: Diese haben
eine besondere Oberfläche, die erst bei Nässe so richtig griffig wird. Sie
sind leider nicht so billig und beginnen bei 40 Euro. Mit „irgendeinem“
glatten Ball übt es sich zwar auch (und sie werden von Trainern auch
absichtlich eingesetzt), so richtig spielen kann man aber nur mit
einem „echten“ Ball. Tore (wenn sie schwimmen müssen) gibt es
fertig zu kaufen, viele Vereine bauen sie sich aber selber. Reisen:
Auswärtsspiele werden hierzulande eher rustikal gehandhabt, der
Campingplatz ist gängige Praxis, der auch die beste Atmosphäre bringt.
An wen kann
ich mich wenden, wenn mich das interessiert?
Die österreichische Szene ist
noch jung und im Aufbau. Aber im nächsten Kanuklub finden Sie sicher
Ansprechpartner oder schon Gleichgesinnte. Einen organisierten
KanuPolo-Betrieb finden Sie bereits in Wien beim Union Kanu Klub, oder in
Ybbs beim Naturfreunde Kanu Club.
Tip: Besuchen Sie ein Turnier und
fragen Sie formlos. Bring your family – das Zuschauen ist genauso
spannend, Kamera nicht vergessen ;-)
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